Sexpositive Referent*in

Vorträge

Als sexpositive Referentin und Gesundheitspraktikerin stehe ich Ihnen gerne für verschiedene Vorträge zur Verfügung.

Workshops

Hier biete ich Ihnen einen Einblick in verschiedene Themen rund um Sexualität und / oder Gesundheit.

 

Seminare

Für tieferes Eintauchen in die Welt der vielfältigen spirituellen und sexuellen Entfaltungsmöglichkeiten biete ich auch Seminare an. 


 

Sexpositiver Feminismus ist eine Bewegung die sich unter diesem Namen in den USA in den frühen 80er Jahren entwickelte. Allerdings gab es auch im europäischen Kontext von Anbeginn der Frauenbewegung schon immer Ansätze die als „sexpositiv“ bezeichnet werden könnten. Genannt seien Beispielsweise die feministischen Sexualreformerinnen Helene Stöcker, Rosa Mayreder und Grete Meisel-Hess in Deutschland. Diese nahmen geradezu revolutionäre Positionen in Anbetracht der damaligen Moral ein, konnten dabei aber ambivalente Positionen in Bezug zu Kolonialismus oder Eugenik vertreten. Ein sexpositiver Ansatz kann also nur funktionnieren, wenn er intersektional denkt, die verschiedensten Diskriminierungen und Lebenslagen zu berücksichtigen weiß. Eine Pionnierin des sexpositivem Feminismus im deutschsprachigem Raum ist die Aktivistin und Kommunikationswissenschaftlerin Laura Meritt, die mit ihrem Freudenfluss Netzwerk zum erstarken einer sexpositiven Kultur in Deutschland beiträgt. Von ihr stammen viele Begrifflichkeiten die auf dieser Webseiten zu finden sind.

 

„Sexpositiv“ sind alle Bestrebungen die die politischen Aspekte der Sexualität betrachten und sich für eine bessere Sexualkultur einsetzen. Sexuelle Freiheit ist somit ein grundlegender Bestandteil aller Bemühungen nach Freiheit und Gleichberechtigung. Zugang zu weiblicher Lust und Potenz sind wichtige Elemente auf dem Weg zur Befreiung der Frauen*. Damit einhergeht die Bejahung aller sexueller Orientierungen und Geschlechtsidentitäten.

Kritisiert werden sollten: Die gesellschaftlichen Beschränkungen des weiblichen Sexualverhaltens so wie der hohe Preis der durch die Einteilung in „gute“ und „schlechte Frauen*“ nach wie vor gezahlt wird. Alle sozialen oder rechtlichen Bestrebungen, einvernehmliche sexuelle Aktivitäten zwischen Erwachsenen einzuschränken. Sexueller Essentialismus. Die US-amerikanische Feministin Gayle Rubin definiert sexuellen Essentialismus als „die Vorstellung, dass Sex eine Naturgewalt ist, die bereits vor dem sozialen Zusammenleben existierte und Institutionen herausformt.“

Bestimmte sexuelle Mythen halten sich hartnäckig, wie zum Bsp die Vorstellung das Männer einen stärkeren sexuellen Trieb haben und Frauen emotionaler sind. Das sind Essentialismen die einen großen Schaden anrichten. Da viele Menschen daran glauben, bekommen sie eine Realität und Relevanz, eigentlich sind es aber Konstrukte, die als solche entlarvt werden sollten. Sexualität ist genauso konstruiert wie Gender oder Identität. Sie ist in unserem gesamten kulturellen Kontext mit eingeflochten und kann nicht unabhängig von diesem verstanden werden.

Der Sexualwissenschaftler Gunther Schmidt lädt dazu ein eine übergeordnete Sexualmoral, die über konkretes sexuelles Verhalten urteilt, durch eine Verhandlungsmoral abzulösen, die lediglich beurteilt, ob ein sexuelles Verhalten zwischen zwei gleichberechtigten Partnern angemessen ausgehandelt wurde. Dafür müssen wir herausfinden was wir überhaupt wollen, wie wir es ausdrücken können, wie wir uns besser spüren können, wie wir auf unseren Körper und unsere inneren Stimmen hören können, damit es für Lust und Grenzen überhaupt erst eine Sprache gibt.

Der sexpositive Feminismus hat viele wertvolle Impulse für eine zeitgemäße Sexualkultur entwickelt. Hier seien insbesondere Laura Meritt und die US-amerikanischen Feministinnen Annie Sprinkle und Staci Haines erwähnt, die wichtige Grundlagen für meine eigene Arbeit setzten.