Sexualität


verkörpertes Einvernehmen

frauenmassage und Sexualberatung

sexpositive Referentin

Vorträge, Workshops, Seminare



 

Womens sexuality is very powerfull. I've learned that a part of why it's repressed is because people are afraid about it. Womens sexuality is ... power.“  Annie Sprinkle

Für eine positive Sexualkultur

 

Wir stammen aus einer Kultur die sehr körper- und sexualfeindlich war, es zum Teil immer noch ist, und außerdem nun sehr leistungsorientiert ist. Dadurch gibt es viele sexuelle Mythen, Muster und Glaubenssätze die das eigene Erleben erschweren. Diese sind zum Teil umso schwieriger zu erkennen, da sie meist unbewusst bleiben. Ein positiver Zugang zur eigenen Sexualität bleibt schwierig, insbesondere für Frauen*. Diese werden immer noch stärker für ihre Sexualität sanktioniert. Nach wie vor leiden Mädchen und Frauen* unter der Aufteilung in 'guten' und 'schlechten' Frauen*. Sie lernen von früh an, dass sie jederzeit in die Kategorie der 'schlechten' Frauen* abrutschen könnten und dies Stigmatisierung, Mobbing und Diskriminierung mit sich bringt. Dies erschwert einen unbefangenen Umgang mit der eigenen Sexualität. Dadurch kommt es leider oft auch zu mangelnder Solidarität bei Mädchen- und Frauen*gruppen, sowie in Mutter- Tochterbeziehungen. Des weiteren gibt es immer noch zu viele Gewalt- und Druck Situationen: sexualisierte Gewalt, Missbrauch, Beschämung, Missachtung, Rücksichtslosigkeit oder emotionale Erpressung können Teil unserer sexuellen Erfahrungen sein. Außerdem werden negative Erfahrungen über mehrere Generationen unbewusst vermittelt und können somit nachhaltig wirken. Vergewaltigungen sind und waren das Los vieler Frauen* in Kriegskontexten, und spielen somit eine mehr oder weniger bewusste Rolle in unserem Leben.

 

Doch immer mehr Ansätze versuchen auf diese Situation einzugehen.

 Die DGAM (Deutsche Gesellschaft für Alternative Medizin) hat ein relativ neues Berufsbild ins Leben gerufen:

der/die Gesundheitspraktiker*inBfG für Sexualkultur.

 

Der Leitgedanke ist die Ermöglichung des aktiven Miterschaffens einer neuen und zeitgemäßen Sexualkultur. Diese soll die sinnlichen und körperlichen Aspekte, so wie die Gefühle und Emotionen und das mögliche spirituelle Erleben gleichermaßen bejahen. Es werden Alternativen zu überlieferten sexuellen Mythen und Mustern von Leistungsdruck, Körperfeindlichkeit und Funktionsanspüchen heraus gearbeitet. Hiermit werden Bausteine für eine wahrhaftig gelebte sexuelle Gesundheit gelegt.

 


sexuelle gesundheit nach der WHO

Sexualität wurde historisch als störend, problematisch, krank oder krankmachend angesehen, sie wurde stark reglementiert und nur unter bestimmten Bedingungen akzeptiert. Somit ist sexuelle Gesundheit an sich eine relativ junge Idee. Lange Zeit wurde sexuelle Gesundheit auf die Abwesenheit von Krankheiten und auf die Fortpflanzung reduziert. Erst in den 70ern Jahren fängt ein Umdenken an. 1975 gibt die WHO zum ersten Mal eine Definition in der sexuelle Erfüllung als gesundheitsfördernd angesehen wird. Sexualität wird somit die Möglichkeit einer positiven Bereicherung für die Persönlichkeit, die Liebe und die Kommunikation eingeräumt. Als Voraussetzung dafür sieht die WHO das Recht auf sexuelle Bildung und sexuelle Lust. So sollte auch die sexuelle Gesundheitspflege und Beratung nicht mehr nur auf der Unterstützung bei Krankheiten oder Kinderwunsch beruhen, sondern auch in der Bemühung einen positiven Zugang zur Sexualität zu vermitteln, persönliche Beziehungen zu stärken, und die Lebensqualität zu verbessern. Gleichzeitig räumt die WHO ein, dass es schwierig bis unmöglich ist eine universell akzeptierte Definition von Sexualität herauszuarbeiten, und sieht ihre Umschreibung mehr als ersten Grundstein eines umfassenderen Prozesses. Im Jahr 2001 entscheidet das Regionalbüro Europa der WHO, dass sexuelle Gesundheit im wesentlichen drei Bereiche umfasst. Zum einen eine Umgebung die Menschen den uneingeschränkten Genuss ihrer Sexualität als Potenzial ihrer selbst ermöglicht, zum anderen die Abwesenheit von sexuellem Zwang, sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt, so wie den Schutz vor Krankheiten und die Behandlung derselben.

 

Doch leider sind viele dieser Grundlagen noch weit davon entfernt eine Selbstverständlichkeit zu sein. Wir befinden uns also ganz am Anfang einer neuen Geschichte, die sich nicht so ohne weiteres schreiben lässt...

 

So groß wie die Vorurteile sind, sind aber auch die Bedürfnisse.

So möchte ich mich dafür stark machen, dass wir in einigen Jahren einen guten Schritt weiter sind.