Gesunde Sexualität

 

Wir stammen aus einer Kultur die sehr körper- und sexualfeindlich war, es zum Teil immer noch ist, und außerdem nun sehr leistungsorientiert ist. Dadurch gibt es viele sexuelle Mythen, Muster und Glaubenssätze die das eigene Erleben erschweren. Diese sind zum Teil umso schwieriger zu erkennen, da sie meist unbewusst bleiben. Ein positiver Zugang zur eigenen Sexualität bleibt schwierig, insbesondere für Frauen*. Diese werden immer noch stärker für ihre Sexualität sanktioniert. Nach wie vor leiden Mädchen und Frauen* unter der Aufteilung in 'guten' und 'schlechten' Frauen*. Sie lernen von früh an, dass sie jederzeit in die Kategorie der 'schlechten' Frauen* abrutschen könnten und dies Stigmatisierung, Mobbing und Diskriminierung mit sich bringt. Dies erschwert einen unbefangenen Umgang mit der eigenen Sexualität. Dadurch kommt es leider oft auch zu mangelnder Solidarität bei Mädchen- und Frauen*gruppen, sowie in Mutter- Tochterbeziehungen. Des weiteren gibt es immer noch zu viele Gewalt- und Druck Situationen: sexualisierte Gewalt, Missbrauch, Beschämung, Missachtung, Rücksichtslosigkeit oder emotionale Erpressung können Teil unserer sexuellen Erfahrungen sein. Außerdem werden negative Erfahrungen über mehrere Generationen unbewusst vermittelt und können somit nachhaltig wirken. Vergewaltigungen sind und waren das Los vieler Frauen* in Kriegskontexten, und spielen somit eine mehr oder weniger bewusste Rolle in unserer Ahninnen*linie.

 

Doch immer mehr Ansätze versuchen auf diese Situation einzugehen.

 Die DGAM (Deutsche Gesellschaft für Alternative Medizin) hat ein relativ neues Berufsbild ins Leben gerufen:

der/die Gesundheitspraktiker*inBfG für Sexualkultur.

 

Der Leitgedanke ist die Ermöglichung des aktiven Miterschaffens einer neuen und zeitgemäßen Sexualkultur. Diese soll die sinnlichen und körperlichen Aspekte, so wie die Gefühle und Emotionen und das mögliche spirituelle Erleben gleichermaßen bejahen. Es werden Alternativen zu überlieferten sexuellen Mythen und Mustern von Leistungsdruck, Körperfeindlichkeit und Funktionsanspüchen heraus gearbeitet. Hiermit werden Bausteine für eine wahrhaftig gelebte sexuelle Gesundheit gelegt.