Sexuelle Gesundheit nach der WHO

 

Sexualität wurde historisch als störend, problematisch, krank oder krankmachend angesehen, sie wurde stark reglementiert und nur unter bestimmten Bedingungen akzeptiert. Somit ist sexuelle Gesundheit an sich eine relativ junge Idee. Lange Zeit wurde sexuelle Gesundheit auf die Abwesenheit von Krankheiten und auf die Fortpflanzung reduziert. Erst in den 70ern Jahren fängt ein Umdenken an. 1975 gibt die WHO zum ersten Mal eine Definition in der sexuelle Erfüllung als gesundheitsfördernd angesehen wird. Sexualität wird somit die Möglichkeit einer positiven Bereicherung für die Persönlichkeit, die Liebe und die Kommunikation eingeräumt. Als Voraussetzung dafür sieht die WHO das Recht auf sexuelle Bildung und sexuelle Lust. So sollte auch die sexuelle Gesundheitspflege und Beratung nicht mehr nur auf der Unterstützung bei Krankheiten oder Kinderwunsch beruhen, sondern auch in der Bemühung einen positiven Zugang zur Sexualität zu vermitteln, persönliche Beziehungen zu stärken, und die Lebensqualität zu verbessern. Gleichzeitig räumt die WHO ein, dass es schwierig bis unmöglich ist eine universell akzeptierte Definition von Sexualität herauszuarbeiten, und sieht ihre Umschreibung mehr als ersten Grundstein eines umfassenderen Prozesses. Im Jahr 2001 entscheidet das Regionalbüro Europa der WHO, dass sexuelle Gesundheit im wesentlichen drei Bereiche umfasst. Zum einen eine Umgebung die Menschen den uneingeschränkten Genuss ihrer Sexualität als Potenzial ihrer selbst ermöglicht, zum anderen die Abwesenheit von sexuellem Zwang, sexuellem Missbrauch und sexueller Gewalt, so wie den Schutz vor Krankheiten und die Behandlung derselben.

 

Doch leider sind viele dieser Grundlagen noch weit davon entfernt eine Selbstverständlichkeit zu sein. Wir befinden uns also ganz am Anfang einer neuen Geschichte, die sich nicht so ohne weiteres schreiben lässt...

 

So groß wie die Vorurteile sind, sind aber auch die Bedürfnisse.

So möchte ich mich dafür stark machen, dass wir in einigen Jahren einen guten Schritt weiter sind.